Ernährung bei erhöhten Cholesterinspiegel

Die Ursachen, die einem zu hohen Cholesterinwert zugrunde liegen, sind noch nicht abschließend geklärt. Eine ganz zentrale Rolle spielt an dieser Stelle aber die Ernährung, weshalb sie unbedingt ins Auge gefasst werden muss. Besonders wichtig wird dies, wenn der normale Haushalt an Cholesterin im Körper noch durch Funktionsstörungen beeinträchtigt wird, die zum Beispiel die Leber oder die Nieren betreffen. Aus diesem Grund ist es von großer Bedeutung, sich diesem Thema zu widmen und bei der Ernährung auf einige kleine Dinge zu achten.

Was ist für das Cholesterin verantwortlich?

Da es sich bei Cholesterin bekanntlich um eine besondere Art des Fetts handelt, neigen viele Menschen dazu, eine fettreiche Ernährung direkt verantwortlich zu machen. Dabei ist das System, welches an der Stelle beleuchtet werden muss, etwas filigraner.

Besonders wichtig ist hier das Zusammenspiel von Fetten und schnell verdaulichen Kohlenhydraten, wie zum Beispiel Zucker.

Fettreiche Speisen enthalten zwar in der Regel einen überdurchschnittlichen Wert an Cholesterin, doch der Körper kann dies gegenregeln und verringert die eigene Produktion des Stoffs und schraubt zugleich die Ausscheidung nach oben. Problematisch wird es dann, wenn zusätzlich noch schnelle Kohlenhydrate zugeführt werden, wie sie beispielsweise in vielen Süßspeisen zu finden sind. Diese veranlassen den Körper durch die schnelle Erhöhung des Blutzuckers zu einer verstärkten Ausschüttung von Insulin.

Dieses gibt dann wiederum das Signal, welches dafür sorgt, dass mehr Cholesterin produziert und die Ausscheidung zugleich verringert wird, wodurch die typischen Symptome des erhöhten Cholesterinspiegels auftreten können. Demnach ist es bei der Ernährung wichtig, die gefährliche Kombination von schnellen Kohlenhydraten und Fetten so gut es geht zu vermeiden.

Wie sieht die passende Ernährung aus?

Tatsächlich ist es im Alltag oft schwer, zuckerhaltige Speisen zu vermeiden. Bereits morgens zum Frühstück ist die Auswahl an fertigen Müslis unglaublich groß, wobei in nahezu jedem Produkt eine unglaubliche Menge an Zucker enthalten ist. Hier bleibt demnach oft nur die Möglichkeit, sich selbst Haferflocken und verschiedene Samen und Kerne zu kaufen, die dann zu einer schmackhaften und gesunden Mahlzeit verarbeitet werden können. Wer nicht auf das Süße verzichten möchte, der kann als Alternative zum Zucker auf verschiedene Früchte wie Blaubeeren oder Bananen setzen, wobei auch ein klein wenig Honig noch vertretbar wäre. Im Zweifel ist es stets besser, den Blick beim Einkauf zumindest kurz auf die Nährwerte schweifen zu lassen.

Leider ist der Zucker dabei inzwischen hinter vielen unterschiedlichen Bezeichnungen versteckt, was es zunehmend schwer macht, den Überblick zu behalten.

Ein weiterer wichtiger Schritt könnte der Verzicht auf Süßgetränke sein, die häufig zu den Mahlzeiten konsumiert werden. Darin ist ebenfalls eine große Menge an Zucker enthalten, die vielen nicht bewusst ist. Da daraus bei jeder Mahlzeit der gefährliche Mix aus Fett und Zucker entsteht, sollte besser auf Wasser gesetzt werden.

 

Welche Lebensmittel sind geeignet?

Bereits daran lässt sich erkennen, dass die pauschale Trennung zwischen guten und schlechten Nahrungsmitteln in Bezug auf das Cholesterin wenig sinnvoll ist. Wer auf Lebensmittel setzen möchte, die zumindest einen geringen Gehalt an eigenem Cholesterin aufweisen, kann dies dennoch tun. Zur Auswahl stehen dabei unter anderem:

  • diverse Hülsenfrüchte
  • Obst und Gemüse
  • Getreide
  • mageres Fleisch

Doch selbst daraus lassen sich schnell durchaus fetthaltige Mahlzeiten zubereiten, die in Verbindung mit Zucker eine Gefahr für den Körper darstellen. Wer dagegen cholesterinreiche Produkte wie Knabbereien, Wurstwaren und Butter verwendet, dabei aber die Zufuhr von Zucker so gering als möglich hält, kann durch die natürliche Gegenregulierung des Körpers ebenfalls einen gesunden Cholesterinwert aufweisen. Die wichtigste Voraussetzung ist hierbei natürlich, dass keine Schäden an Nieren oder Leber vorhanden sind und man selbst nicht zu den Diabetikern zählt.

Gesättigte und ungesättigte Fettsäuren

Gesättigte und ungesättigte Fettsäuren werden gerne einmal auf eine Stufe gestellt, was ein absolut katastrophales Pauschalurteil darstellt. Denn es sind die gesättigten Fette, die in Fertiggerichten, Wurstwaren, Chips und Fast Food enthalten sind, die uns krank machen. Sie erhöhen den Anteil des schlechten LDL-Cholesterins, welches wiederum Folgen wie den Verschluss von Gefäßen im Körper haben kann. Deutlich besser wäre es, die Fette nicht unbedingt ganz aus der Ernährung zu streichen, sondern im Gegenzug auf verschiedene Öle zu setzen. Produkte wie Leinöl oder Olivenöl machen es möglich, viele Omega-3 Fettsäuren zu sich zu nehmen, die ansonsten häufig klar vernachlässigt werden.

Fett ist daher per se nichts Schlechtes, solange es aus den richtigen Quellen gewonnen wird. Omega-3 Fettsäuren können den Anteil des gesunden HDL-Cholesterins erhöhen, was wiederum einen gewissen Schutz vor Herzkrankheiten und Arterienverkalkung bietet. Es spricht daher grundsätzlich erst einmal nichts dagegen, diese gesunden Fette zu verzehren.

Die Materie des Cholesterins ist also weit komplizierter, als sie in der Öffentlichkeit gerne dargestellt wird. Cholesterin ist zwar gleich Fett, doch Fett führt nicht automatisch zu überhöhtem Cholesterin. Diesen Trugschluss müssen wir erst einmal überwinden, bevor wir die Möglichkeit haben, unsere Ernährung umzustellen. Zentraler Bestandteil ist hier der rasante Anstieg des Blutzuckerspiegels mit der damit verbundenen Insulinausschüttung bei kohlenhydratreichen und süßen Speisen/Getränken, die strikt von einer fettreichen Mahlzeit getrennt werden sollten. Da die Regularien des Körpers dann für eine ausreichende Abstimmung sorgen können, sind bei gesunden Menschen in diesem Fall keine Probleme zu befürchten.