Erhöhen Eier den Cholesterinspiegel?

„Eier sind schlecht für den Cholesterinspiegel!“ So lautet ein Mythos aus der Ernährungslehre. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt einen maßvollen Konsum von Eiern. Viele Ratschläge aus der Ernährungslehre lassen jedoch eine wissenschaftliche Untermauerung mit Fakten und Studien vermissen.

Das Cholesterin und die Eier

Cholesterin ist ein polyzyklischer Alkohol und wird zur Gruppe der Lipide gerechnet. Es ist aber kein Fett. Cholesterin ist Basis für viele Stoffe im Körper. So wird es zur Herstellung von Hormonen, Vitamin D, Gallensäure und Cortisol benötigt.

Im Körper befinden sich etwa 140g Cholesterin. 95% davon sind in Zellen und Zellwänden eingelagert und eingebaut. Nur 5% befinden sich im Blut und sind an Lipoproteine gebunden. Diese Lipoproteine gehören zu verschiedenen Klassen, darunter die Klassen der Lipoproteine mit niedriger (LDL) und hoher (HDL) Dichte.

Der Körper produziert mit 1 bis 2g Cholesterin pro Tag etwa 90 % des benötigten Cholesterins selber. 10% wird über die Nahrung aufgenommen. Cholesterin befindet sich in tierischer Nahrung. In pflanzlicher Nahrung ist es nicht vorhanden. Maximal 0,5g Cholesterin kann über die Nahrung aufgenommen werden. Normal ist die Aufnahme von 0,1 bis 0,3g.

Die Herstellung von Cholesterin ist für den Körper aufwendig. Deswegen nimmt er es lieber über die Nahrung auf, als es selber zu produzieren. Dafür besitzt er einen Regelkreis. Wird viel Cholesterin über die Nahrung aufgenommen, so wird die Eigenproduktion gedrosselt.

Ein einzelnes Ei enthält bis zu 200 mg Cholesterin. Die im Blut zirkulierende Menge des Cholesterins entspricht der Menge, die in 40 bis 50 Eiern enthalten ist. Isst man ein Ei oder ein anderes cholesterinhaltiges Nahrungsmittel, so wird das enthaltene Cholesterin ins Blut aufgenommen.

Dies erhöht kurzfristig den Cholesterin-Spiegel. Deshalb müssen Blutentnahmen zur Messung des Cholesterinspiegels nüchtern durchgeführt werden.

Der Cholesterin-Regelkreis

Über den Cholesterin-Regelkreis wird die körpereigene Produktion gedrosselt und überschüssiges Cholesterin über die Leber und die Gallensäure in den Darm abgeführt. Da die Produktion von Cholesterin aufwendig ist, speichert der Darm 90% des abgeführten Cholesterins und hält es zur Wiederaufnahme bereit. Ist die Speicherfähigkeit erschöpft, wird weiteres Cholesterin aus dem Darm ausgeschieden.

Isst man regelmäßig viele Eier, so wird die Eigenproduktion stärker gedrosselt und mehr Cholesterin über den Darm ausgeschieden. Der Cholesterinspiegel wird langfristig nur unbedeutend beeinflusst.

Studien zufolge erhöht der regelmäßige Konsum vieler Eier den Blutspiegel des HDL-Cholesterins und senkt den Blutspiegel des LDL-Cholesterins.

Das Verhältnis von HDL-Cholesterin zu LDL-Cholesterin sollte aus gesundheitlichen Gründen einen bestimmten Wert nicht unterschreiten.

Das Verhalten der jeweiligen Blutspiegel bei regelmäßigem Eierkonsum gilt daher als vorteilhaft.

Störung des Cholesterin-Regelkreises

Zu hohe Cholesterinwerte resultieren häufig aus einer Störung des Regelkreises. Liegt eine Leberfunktionsstörung vor, so kann das zu einer Störung des Regelkreises führen. Entzündungen der Leber und der Niere, eine Schwäche der Nebennieren, Störungen der Schilddrüsenfunktion und Diabetes können eine Leberfunktionsstörung verursachen.

Insbesondere Diabetes greift vielfältig in den Regelkreis ein. Insulin erhöht die Produktion von Cholesterin und senkt die Ausscheidung zusätzlich zur Leberfunktionsstörung.

Der Konsum von Zucker und Kohlenhydraten führt auch bei Gesunden zu häufigen Spitzen der Insulin-Werte. Dies erhöht den Cholesterinspiegel im Blut. Für die Cholesterinwerte ist der Konsum von Fett günstiger als der Konsum von Zucker und anderen Kohlenhydraten.

Ein erhöhter Cholesterinspiegel kann seine Ursache auch in einer genetischen Disposition haben.

Sind die Cholesterinwerte erhöht, so wird der Arzt entsprechende Maßnahmen empfehlen. Dazu gehört die Einnahme von Medikamenten. Stellt der Betroffene seine Ernährung um, so kann er zu einer Senkung der Cholesterinwerte beitragen.

Beim Einkaufen sollte auf den Zuckergehalt von Nahrungsmitteln geachtet werden.

Hersteller fügen ihren Lebensmittelprodukten gerne Zucker hinzu. Die meisten Produkte sind aber auch ohne Zuckerzusatz erhältlich. Haferflocken und ungezuckertes Müsli sind für den Cholesterinspiegel besser als Cornflakes und gezuckertes Müsli. Auch Brot, Nudeln und Süßigkeiten enthalten Zucker.

Fazit: Der Konsum von Eiern schadet nicht

Der Konsum von Eiern hat auf den Cholesterinspiegel nur einen kleinen Einfluss. Das Eigelb enthält viele wichtige Nährstoffe. Zu einer abwechslungsreichen und gesunden Ernährung gehören Eier dazu.

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