Cholesterinsenker

Kaum ein Thema wird in der Öffentlichkeit mit einem solchen Eifer diskutiert, wie der Cholesterinspiegel. Inzwischen erkennen immer mehr Menschen, dass sich die Ursachen nicht ausschließlich auf eine überhöhte Zufuhr von Fett beziehen lassen.

Um sich nicht weiter mit der Materie beschäftigen zu müssen, werden nun die Cholesterinsenker als eine adäquate Möglichkeit gesehen, um dem Körper wieder zu einer verbesserten Gesundheit zu verhelfen. Um diese Prozesse aber wirklich einschätzen zu können, ist es im Vorfeld erst einmal wichtig, ein Gefühl für die Wirkung dieser Medikamente zu entwickeln.

Wie wirken Cholesterinsenker?

Die im Blut enthaltenen Fette binden sich stets an Eiweiße, wodurch sogenannte Lipoproteine entstehen. Die drei wichtigsten sind:

  • LDL-Cholesterin
  • HDL-Cholesterin
  • Triglyceride

Während das LDL-Cholesterin einen Wert von 130 Milligramm pro Deziliter Blut und die Triglyceride einen Wert von 150 Milligramm pro Deziliter Blut nicht überschreiten sollten, ist es beim wertvollen HDL-Cholesterin die Marke von 40 Milligramm pro Deziliter Blut, die nicht unterschritten werden sollte. In einem gesunden Körper sind nun viele regulatorische Prozesse dafür verantwortlich, dass sich die eigene Cholesterinproduktion des Körpers reduziert, wenn viel Cholesterin über die Nahrung aufgenommen wird. Für die Synthese der Blutfette ist das Enzym HMG-CoA-Reduktase verantwortlich.

Da die HMG-CoA-Reduktase nun durch die Statine in den Cholesterinsenkern gehemmt wird, stellt der Körper nach der Einnahme der Medikamente weniger Cholesterin her, was zu einer Reduktion des enthaltenen Cholesterins in allen Körperzellen führt.

Werden die senkenden Medikamente dann später aber wieder abgesetzt, so führt dies dazu, dass der Körper die Produktion wieder nach oben anpasst, weshalb häufig eine andauernde Einnahme erforderlich ist. Zugleich haben verschiedene Krankheiten wie Diabetes, oder Schäden an Nieren und Leber einen Einfluss auf die natürliche Regulierung, die dadurch gestört sein kann.

Wann werden Cholesterinsenker eingesetzt?

Tatsächlich haben Cholesterinsenker auf dem Markt ihre Berechtigung, wenn sie in den richtigen Fällen eingesetzt werden. Ärzte verschreiben diese Medikamente in der Regel dann, wenn einen Patienten ein Herzinfarkt in Folge von Ablagerungen in den Arterien droht, oder sich dieser bereits in der Vergangenheit ereignet hat.

In den Cholesterinsenkern sind Wirkstoffe enthalten, welche die vom LDL-Cholesterin verursachte Ablagerung in den Blutgefäßen verlangsamen und so das Risiko für neuerlich auftretende Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System senken sollen. So gibt es allein in Deutschland mehrere Millionen Menschen, die den Statinen vertrauen, die aber statistisch gesehen immerhin bei 15 Prozent der Bevölkerung gar nicht die gewünschte Wirkung entfalten.

Die große Kritik, die nun an den Statinen geübt wird, ist aber nicht gerechtfertigt. Dies belegt unter anderem dieScandinavian Simvastatin Survival Study, welche den Wirkstoffen nicht nur eine Reduzierung der Ablagerungen in den Blutgefäßen des Körpers nachwies, sondern zugleich noch eine Minimierung des Risikos für Entzündungen an den Herzkranzgefäßen.

Auf der anderen Seite sorgen Statine nach den Ergebnissen dieser Studie für eine Stabilisierung und Stärkung der Plaques, deren Aufbrechen wiederum die Ursache für einen Herzinfarkt markiert.

Mit einem guten Ergebnis konnten bei vielen unabhängigen Tests aber nur die Produkte abschneiden, die verschreibungspflichtig waren. Diese werden von ärztlicher Seite nur dann eingesetzt, wenn tatsächlich akute Gefahr für einen Verschluss der Blutgefäße und die dramatischen Folgen besteht.

Die Gefahr der Medikamente

Nun gibt es zugleich einen anderen Bereich der Cholesterinsenker, der kritischer beleuchtet werden muss. Denn gerne werden ahnungslose Menschen dazu angehalten, selbst zur Tat zu schreiten, wenn es um das Cholesterin geht.

Auf völlig pauschale Weise wird dabei ganzen Gruppen der Bevölkerung ein riskanter Cholesterinwert zugeschrieben, wenn sie sich beispielsweise zum Teil von tierischen Produkten ernähren. Doch nur, wer den eigenen Wert testen lässt, hat im Umkehrschluss die Möglichkeit, sich genau über diese möglichen Risiken zu informieren.

Liegt von ärztlicher Seite kein Befund vor, der auf ein akutes Risiko schließen lässt, so ist es auch nicht notwendig, zu einem Cholesterinsenker zu greifen, die zum Teil unangenehme Nebenwirkungen mit sich bringen können. Sollte der Test ergeben, dass der eigene Cholesterinspiegel zumindest über der allgemeinen Empfehlung liegt, so sollte zuerst über den möglichen Einfluss des Übergewichts oder eine einseitige Ernährung nachgedacht werden, mit denen sich die Erscheinung ganzheitlich behandeln lässt, ohne direkt auf die Hilfe der Pharmaindustrie angewiesen zu sein.

Fazit

Am Ende ist es also gefährlich, sich in Bezug auf Cholesterinsenker zu einem Pauschalurteil hinreißen zu lassen. Die zum überwiegenden Teil wirksamen Medikamente sollten keinesfalls als ein Freifahrtschein gesehen werden, der dazu berechtigt, die anderen Faktoren der Behandlung außer Acht zu lassen.

Gleichzeitig sorgen die enthaltenen Statine bei ernsthaften Erkrankungen dafür, dass sich die Überlebenschance der Patienten erhöht, da zum Beispiel ein Herzinfarkt verhindert werden kann. Vor diesem Hintergrund sollte die Einnahme der Medikamente stets nur in Verbindung mit einer ärztlichen Absprache und nicht auf eigene Initiative erfolgen.

Denn in fast jedem Fall gibt es zuvor natürliche Maßnahmen, die der Gesundheit einen größeren Vorteil bieten würden.