Behandlung von hohen Cholesterinspiegel

Das Thema Cholesterin wird in der Öffentlichkeit viel diskutiert, was auch daran liegt, dass sich über lange Zeit viele Mythen darum gerankt haben. Das ungesunde LDL-Cholesterin kann aber bereits bei einem einfachen Blutbild beim Arzt festgestellt werden, was bei den meisten Patienten zuerst für einen kleinen Schock sorgt. Danach gilt es nun, die entsprechenden Möglichkeiten ins Auge zu fassen, die bei der Behandlung eingesetzt werden können. Dies ist schließlich der beste Weg, um die Werte so schnell wie möglich wieder in die richtige Richtung lenken zu können.

Dabei unterscheiden Mediziner vor allem zwischen:

  • langfristige Maßnahmen (Ernährungsumstellung und Gewichtsreduzierung)
  • kurzfristige Maßnahmen (Medikamentöse Behandlung)

In der Regel entscheidet nun der Arzt, wie die Behandlung genau vonstattengehen soll. Tatsächlich wird in fast jedem Fall erst einmal eine Umstellung des Lebenswandels forciert.

Nur bei akuten Fällen werden zugleich Medikamente eingesetzt, die schnell eine Wirkung erzielen können.

Die langfristigen Maßnahmen

Eine der Hauptursachen, die zu einem ungesund hohen Gehalt am ungesunden LDL-Cholesterin im Blut führt, ist ein ungesunder Lebensstil. Dieser charakterisiert sich vor allem durch eine falsche Ernährung, die einen zu hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren und häufig zu viele Kalorien beinhaltet. Die Umstellung der Ernährung ist natürlich erst einmal ein schwieriger Prozess, bei dem es nicht immer leichtfällt, ihn von heute auf morgen durchzuziehen. Liegt aber tatsächlich eine konkrete Gefahr für die Gesundheit vor, so kann unter Umständen auch ein Ernährungsberater hinzugezogen werden, was es einfacher macht, den eigenen Schweinehund zu überwinden. Aktuell gibt es eine hitzige Debatte, ob auch die Kosten für die Beratung von der Krankenkasse übernommen werden sollen. Wer aber auch aufgrund einer Aussage des Arztes darauf verweist, dass eine konkrete Gefahr vorliegt, der hat in dieser Richtung durchaus gute Chancen.

Neben der Ernährung ist es wichtig, die sportlichen Aktivitäten zu steigern. Ärzte empfehlen hier immer wieder, eine Sportart zu wählen, die nicht nur als Mittel zum Zweck gesehen wird. Stattdessen ist es sehr viel besser, einen Sport zu finden, der zugleich Freude bereitet. Denn dann fällt es in der Folge sehr viel leichter, länger am Ball zu bleiben. Und genau diese Kontinuität in den Einheiten wird benötigt, um auch das Cholesterin wieder senken zu können. Wer tatsächlich gar keinen Spaß an der Bewegung hat, der sollte zumindest darüber nachdenken, sich für diesen Zweck mit anderen Menschen zusammenzuschließen.

Gerade Fitnessstudios bieten immer wieder Kurse an, in denen sich Gleichgesinnte treffen und gemeinsam diesen Zielen nachgehen können. Hinzu kommt dann auch der soziale Druck, der ebenfalls einen Teil dazu beiträgt, dass es leichter fällt, länger aktiv zu bleiben.

Diese Maßnahmen können natürlich nicht nur dann ergriffen werden, wenn bereits ein erhöhter Wert an Cholesterin vorliegt. Auf der anderen Seite lohnt es sich auch in Bezug auf die Prävention, über eine Änderung des Lebensstils nachzudenken. Dies liegt unter anderem daran, dass so das Risiko gesenkt wird, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu leiden.

 

Die medikamentöse Behandlung

Inzwischen gibt es verschiedene Medikamente auf dem Markt, die dazu geeignet sind, das Cholesterin aktiv zu senken und auf die auch Ärzte immer wieder gerne setzen. Statine und Fibrate sind hier die Wirkstoffe, die von Ärzten verschrieben werden, um dem Problem entgegenwirken zu können. Um verstehen zu können, wie genau diese Wirkungen vor sich gehen, muss die gesamte Kaskade beleuchtet werden.

Statine

Statine sind Wirkstoffe, die bei einem Enzym als Substrat eingesetzt werden, das so in seiner Wirkung gehemmt wird. Dieses Enzym ist normalerweise am Prozess der Synthese von Cholesterin beteiligt, wodurch der Organismus von diesem Moment an weniger Cholesterin produziert. Bereits nach einigen Tagen sinkt der Gehalt im Blut aus diesem Grund schon ganz beträchtlich. Das Cholesterin, welches durch die Nahrung aufgenommen wird, ist dann aber nach wie vor vorhanden.

Fibrate

Fibrate kümmern sich dagegen eher um das Cholesterin, das sich bereits im Körper befindet. Denn der Wirkstoff, der in vielen Medikamenten enthalten ist, steigert den Fettstoffwechsel, was dazu führt, dass das vorhandene Cholesterin nun noch schneller abgebaut werden kann. Hier dauert es ebenso oft nur wenige Tage, bis sich bereits die gewünschte Wirkung anhand der Zusammensetzung des Blutes erkennen lässt.

 

Welche Medikamente sind verfügbar?

Ärzte setzen bei der Behandlung eines akut erhöhten Cholesterinspiegels oft auf eine Behandlung mit beiden Wirkstoffen. Daher werden häufig mehrere Medikamente parallel zum Einsatz gebracht, um die daraus erwachsenden Effekte zu maximieren. Bekannte Namen von verschreibungspflichtigen Medikamenten, die hier eingesetzt werden, sind zum Beispiel Crestor, Simvastatin oder aber auch Pravastatin.

Bei der ersten Anamnese wird aber auch an der Stelle erst einmal ganz genau kontrolliert, ob der Patient nicht schon einmal unter einer Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems gelitten hat. Denn dies ist einer der Risikofaktoren, die sich im Zuge der Behandlung ergeben. Zudem sollte das Rauchen eingestellt werden, um den Effekt der Medikamente zu verstärken.

Gleichsam ist es zu empfehlen, den Konsum von Alkohol auf ein absolutes Minimum zu beschränken, damit dadurch die Erfolge nicht noch zusätzlich beeinträchtigt werden.