Alkoholkonsum bei erhöhten Cholesterinspiegel

In Bezug auf einen erhöhten Cholesterinwert wird in vielen Fällen auch der Alkohol ins Spiel gebracht, der dabei sogar eine positive Wirkung in sich tragen soll. Um auch als Laie einen Durchblick bei all den neuen wissenschaftlichen Studien zu gewinnen, ist es sehr zu empfehlen, dieses wichtige Thema noch etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, um so selbst einige Schlüsse daraus ziehen zu können.

Welchen Einfluss hat Alkohol auf das Cholesterin?

Erst einmal ist es hierbei wichtig, auf die neueren Studien zu schauen, die bezüglich der Korrelation zwischen Alkohol und Cholesterin durchgeführt wurden. Aus diesen geht die kontroverse Annahme hervor, dass eine mäßige Aufnahme von Alkohol das Risiko einer koronaren Herzkrankheit senken kann. Genau dies ist eine der möglichen negativen Folgen, die aus einem zu hohen Cholesterinwert im Blut erwachsen kann.

Ein leichter Konsum von Alkohol führt nun zu einem leichten Anstieg des gesunden HDL-Cholesterins, welches schließlich für die positive gesundheitliche Beeinflussung verantwortlich ist.

Tatsächlich wird dabei von einer regelmäßigen aber nicht täglichen Aufnahme ausgegangen, die bei Männern keinesfalls den Wert von 20 Gramm pro Tag und bei Frauen von 10 Gramm pro Tag überschreiten sollte.

Es gibt also durchaus Hinweise darauf, dass Alkohol und insbesondere Rotwein, einen positiven Einfluss auf Herzkrankheiten haben könnte.

Die kontroverse Studienlage

Gleichzeitig muss man erkennen, dass die verschiedenen Studien zum Teil zu sehr kontroversen Ergebnissen führten. Aus diesem Grund haben sich einige Wissenschaftler an der Universität in Atlanta im Jahr 2008 an die Frage gewagt und das genaue Trinkverhalten der Probanden untersucht. Hier konnte festgestellt werden, dass auch die Art der Aufnahme des Alkohols einen entscheidenden Einfluss auf die Resultate hatte.

Während in den USA die staatliche Empfehlung bei maximal einem Getränk für Frauen und zwei Getränken für Männer lag, waren die Angaben in anderen Staaten zum Teil deutlich höher.

Kam es zu einem Überschreiten dieser Empfehlungen, so ging dies sehr schnell mit einer Erhöhung des Risikos für ein metabolisches Syndrom einher.

In den Studien waren sowohl Männer als auch Frauen in einem Alter zwischen 20 und 84 Jahren erfasst worden, weshalb ihnen heute durchaus eine große Aussagekraft dargelegt wird.

Das Abwägen von Vor- und Nachteilen

Nun lässt sich anhand dieser Studien keinesfalls sagen, dass Alkohol eine mögliche Behandlung für einen zu hohen Cholesterinwert wäre. Dies liegt daran, dass der positive Einfluss auf das HDL-Cholesterin zwar nicht geleugnet werden kann, es aber zugleich einige negative Einflüsse des Alkohols auf den Körper gibt, die stärker wiegen, als die Vorteile.

Dazu zählt unter anderem der Blutdruck, der durch einen regelmäßigen Alkoholkonsum weiter nach oben getrieben werden kann.

Dies ist vor allem dann ein besonderes Risiko, wenn es bereits einen Bluthochdruck gibt. Gleichzeitig wirkt sich der Alkohol negativ auf die Triglyceridwerte aus, die ebenfalls ein Risiko für diverse Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellen.

Hinzu kommen die nicht zu vernachlässigenden Kalorien, die im Alkohol enthalten sind, die zu Übergewicht führen können. Auf der anderen Seite verlangsamt Alkohol den Stoffwechsel, was dazu führt, dass der Körper schneller Fett einlagert.

Wer hierbei zwischen den Vorteilen und Nachteilen des Alkohols abwägt, der muss sich in einer rationalen Sichtweise doch gegen den Alkohol entscheiden.

Das französische Paradoxon

Tatsächlich sterben im Süden Frankreichs, einer Region, in der viele Menschen täglich ein Glas Rotwein zum Essen verzehren, weniger Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, als in anderen Industrieländern. Bereits seit Jahren wird in der Welt der Wissenschaftler darüber diskutiert, ob dies einen direkten Zusammenhang in sich trägt, der aber bislang noch nicht eindeutig belegt werden konnte. Aus diesen Gründen sprechen Forscher hier gerne vom französischen Paradoxon, welches bisher weder widerlegt, noch bewiesen werden konnte.

Seit einiger Zeit stehen nun die im Rotwein enthaltenen Phenole im Verdacht, für die positive gesundheitliche Wirkung verantwortlich zu sein.

Diese sind im Übrigen nicht nur im Rotwein Südfrankreichs, sondern auch im Weißwein enthalten. Hier handelt es sich um eine Gruppe von sekundären Pflanzenstoffen, welche auch auf das Cholesterin einen Einfluss haben. Denn die Oxidation des LDL-Cholesterins, die Mediziner inzwischen als eine der Hauptursachen für die Verengung der Arterien definieren, kann durch diese sekundären Pflanzenstoffe beeinflusst werden.

Da diese aber keineswegs im Alkohol selbst, sondern nur in den verarbeiteten Trauben enthalten sind, wäre es für diese positive Wirkung nicht unbedingt notwendig, zugleich die Zufuhr von Alkohol in Kauf zu nehmen.
Unter anderem sind sie auch in diesen Lebensmitteln enthalten:

  • Kaffee
  • Tee
  • Vollkornprodukte
  • Nüsse

Neben der vermuteten Prävention der Oxidation des LDL-Cholesterins werden sie zugleich mit einem verringerten Krebsrisiko assoziiert, weshalb es durchaus zu empfehlen ist, diese Lebensmittel verstärkt in die eigene Ernährung einzubauen.

Fazit

Es gibt durchaus einen positiven Einfluss, den ein leichter Alkoholkonsum auf das HDL-Cholesterin haben kann. Hinzu kommen die Vorteile der Antioxidantien, die in Rot- und Weißwein zu finden sind. Da das regelmäßige Trinken aber zahlreiche negative Folgen haben kann, wäre es weitaus sinnvoller, sich eher auf eine Umstellung der Ernährung oder zusätzliche Sporteinheiten zu verlassen, die sogar noch deutlichere Effekte haben.